Zwei Frauen begegnen sich. Die ältere Elisabet und die junge Frau Maria. Elisabet ist als würdige Frau darge stellt, mit Schleier und ernstem Gesichtsausdruck, und doch ist im Gesicht ein freundliches Lächeln angedeutet mit dem sie auf Maria blickt. Mütterlich wendet sie sich der jüngeren Frau zu. Maria hat ihr Haar unbedeckt. Sie blickt zu der älteren Freundin auf und hält den Kopf schräg. Sie hört aufmerksam zu, was ihr Elisabet zu sagen hat. Mit ihrer linken Hand rafft sie ihren Mantel schützend um ihren Leib Elisabet hält Marias rechte Hand und streicht zart mit ihrer Linken darüber. Vielleicht eine tröstende aufmunternde Geste. Die Gesichter der beiden Frauen sind geprägt von einem wissenden Blick. Und doch strahlen sie auch eine Demut aus. Sie haben beide eine Botschaft von Gott empfangen und sie erhört. Mit ihren ungeborenen Kindern hat Gott noch großes vor. Sie sind sich ihrer besonderen Aufgabe bewusst.
„Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ."
Dieser Satz passt nicht nur auf Maria sondern auch auf Elisabet.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit (gesegnet) unter den Frauen,
und gebenedeit (gesegnet) ist die Frucht deines Leibes,
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
Lk 1, 39-56
Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme:
"Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ."
Da sagte Maria: "Meine Seele preist die Größe des Herrn, mein Geist ist voll Jubel über Gott, meinen Retter. Denn er hat gnädig auf seine arme Magd geschaut. Von nun an preisen alle Geschlechter mich glücklich. Denn der Mächtige hat an mir Großes getan; sein Name ist heilig. Er schenkt sein Erbarmen von Geschlecht zu Geschlecht allen, die ihn fürchten und ehren. Sein starker Arm vollbringt gewaltige Taten: Er macht die Pläne der Stolzen zunichte; er stürzt die Mächtigen vom Thron und bringt die Armen zu Ehren; er beschenkt mit seinen Gaben die Hungrigen, die Reichen aber schickt er mit leeren Händen fort. Er nimmt sich gnädig seines Knechtes Israel an, denn er denkt an das Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen, für ewige Zeiten".
Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.