St. Oswald, Höllental

 

Etwas abseits der vielbefahrenen Bundesstrasse 31 auf einem Hang liegt versteckt die St. Oswald-Kapelle.    Sie ist wohl das Gebäude, das beide Gemeinden am ehesten verbindet. Die Kapelle ist der Sorge der Pfarrei Hinterzarten anvertraut, liegt aber auf Breitnauer Gemarkung. Aber nicht nur deswegen: Die Geschichte dieser Kapelle, wie des sie umgebenden Ortes prägt zutiefst die Anfänge beider Gemeinden.    St. Oswald wurde als Pfarrkirche von den Falkensteiner 1148 gegründet für die im Höllental siedelnden Bauern. Bei seiner Weihe durch den zuständigen Konstanzer Bischof wurde das Gotteshaus dem Schutz des "Kreuzfahrerpatrons" Oswald anheimgestellt.    Bis heute sind im Beinhaus unter der Kirche die Gebeine derer aufbewahrt, die auf dem die Kapelle umgebenden Friedhof bestattet waren. Nach Rodungen und besserer wirtschaftlicher Grundlage, zogen die Bauern mit ihrem Vieh auf die Ebene, die "breite Aue" des vorderen Hochschwarzwaldes hinauf, mit ihnen der Seelsorger. Das Dorf Breitnau war "geboren" auch als Pfarrei, mit ihm sehr bald die Kapelle in Hinterzarten, die wegen ausgedehnten Fläche notwendig, sehr bald durch die Wallfahrt zur "Maria in der Zarten" eine eigene Entwicklung nahm, bis sie schließlich 1800 unabhängig wurde. Ebenso das Dorf Steig, das heute weitgehend in beiden Gemeinden aufgegangen ist und selbst keine eigene Kirche hatte und am ehesten mit der Kapelle im Tal verbunden war. So darf St. Oswald als die Mutterkirche des Hochschwarzwaldes gelten, zumindest von seiner westlichen Besiedelung her, was sich darin zeigt, dass beide Gemeinden bis heute eine emotionale Bindung an diese Kirche haben.

Diese lange Geschichte hat das Kirchlein immer wieder verändert und lässt sich bis heute daran ablesen. So findet sich in der Mauer des barocken Schiffs noch immer frühromanisches Mauerwerk, dass man beim Näherkommen unter dem weggeschlagenen Putz erkennen kann. Im Laufe der zeit wurde die Kirche immer wieder vergrößert, mit einem Turm versehen und reicher ausgestattet.   

Der Altar ist wohl der einzige spätgotische Flügelaltar, der sich noch in einer Schwarzwälder Kirche befindet.  

Ebenso sind die drei Glocken im hölzernen Turm eine Besonderheit.   

St. Oswald darf als ein Kleinod unserer Heimat gelten, das abseits des großen Fremdenverkehrs sich immer wieder auf Besucher freut.