Die Geschichte der Stadt geht zurück auf eine Gründung der Grafen von Fürstenberg um das Jahr 1250. Der erste schriftliche Beleg für Stadt und Pfarrei datiert von 1275. Die »Neue Stadt« war eine planmäßige Gründung zur Festigung des Fürstenbergischen Herrschaftsgebietes. Zu ihr gehörte von Anfang an auch eine neue Pfarrei, die sofort mit einem Pfarrer besetzt wurde und den hl. Thomas von Canterbury zum Patron erhielt.
Quelle: Karl-Heinz Siemes
Schon im 15. Jahrhundert wechselte das Patronat zugunsten des populären Heiligen Jakobus d. Ä., der in der jetzigen Kirche mehrfach zur Darstellung kam, erkennbar an seinen Attributen Pilgerstab und Jakobsmuschel. Er ist über dem Hauptportal als Mosaik zu sehen, am Hochaltar links vom Allerheiligsten als überlebensgroße Figur und am rechten Chorfenster, das sein Martyrium zeigt.
Im Jahre 1806 kam Neustadt zu Baden, und aus dem fürstenbergischen Amtssitz wurde eine großherzoglich-badische Amtsstadt. Verheerende Folgen hatte der große Stadtbrand von 1817, dem ein Drittel der Häuser und Stallungen zum Opfer fielen. Auch die erst 1797 erbaute Kirche trug schwere Schäden davon, die wieder repariert werden konnten. Durch diese Katastrophe und den Wiederaufbau der Häuser änderte sich das Stadtbild nachhaltig. Schon im 18. Jahrhundert hatte sich die Uhrmacherei zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig in Neustadt entwickelt Im 19. Jahrhundert erwuchs aus diesen Anfängen ein Zentrum der Schwarzwälder Uhren- industrie. Auch siedelten sich in den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts andere wichtige Branchen an, wie die Papierherstellung und eine Schraubenfabrikation, oder bereits bestehende Handwerks- betriebe und Manufakturen verwandelten sich zu industriellen Produktionsstätten, zum Beispiel die Tuchfabrik. Einen wichtigen Wirtschaftszweig bildete auch die Holzindustrie mit mehreren Sägewerken im Stadtgebiet. Begünstigt wurde die weitere Entwicklung durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie von Freiburg durch das Höllental nach Neustadt im Jahre 1887, die bis 1901 nach Donaueschingen weitergeführt
Am Ende des 19. Jahrhunderts, in einer wirtschaftlich prosperierenden Zeit, entstand nicht zuletzt aufgrund der verbesserten Verkehrsanbindung in Neustadt ein rasanter Aufschwung, in dessen Folge die Bevölkerungszahl rasch zunahm, in den Jahren 1895 bis 1900 um 20% auf über 3.000 Einwohner. Eine solche Tendenz war nur vergleichbar mit den damals stattfindenden Veränderungen in den Großstädten Mannheim oder Karlsruhe. Genau in diese Zeit fällt der Neubau der Pfarrkirche St. Jakobus, der nötig wurde, weil die alte Kirche für die steigende Anzahl der Katholiken zu klein geworden war. Zudem entsprach der nüchterne klassizistische Bau nicht mehr den religiösen Bedürfnissen der Zeit und den wachsenden Repräsentationsansprüchen der selbstbewussten Bewohner.