07.12.2025
Vor 125 Jahren erster Gottesdienst im Münster St. Jakobus - Pfarrgemeinderat der SE Beim Titisee wird verabschiedet
Musik für Trompete, Fagott und Orgel
Feierliche Musik zum Jahresausklang mit Jaron Dengler (Trompete), Urs Dengler (Fagott) und Clemens Staiger (Orgel)
06.10.2025
Erntedank im Münster St. Jakobus
 

 Ortsgeschichte Neustadt

 
Quelle: Detlef Herbner, Titisee-Neustadt "Eine Stadtgeschichte", Freiburg 1995 .
 

 

 
 
Die Geschichte der Stadt geht zurück auf eine Gründung der Grafen von Fürs­tenberg um das Jahr 1250. Der erste schriftliche Beleg für  Stadt und Pfarrei da­tiert von 1275. Die »Neue Stadt« war eine planmäßige Gründung zur Festigung des Fürstenbergischen Herrschaftsgebietes. Zu ihr gehörte von Anfang an auch eine neue Pfarrei, die sofort mit einem Pfarrer besetzt wurde und den hl. Thomas von Canterbury zum Patron erhielt.
 
 
 

Quelle: Karl-Heinz Siemes

Schon im 15. Jahrhundert wechselte das Patronat zugunsten des populären Heiligen  Jakobus d. Ä., der  in der jetzigen Kirche mehrfach zur Darstellung kam, erkennbar an seinen Attributen Pilgerstab und Jakobsmuschel. Er ist über dem Hauptportal als Mosaik zu sehen, am  Hochaltar links vom Allerheiligsten als überlebensgroße  Figur und am rechten Chorfenster, das sein Martyrium zeigt.
 
Im Jahre 1806 kam Neustadt zu Ba­den, und aus dem fürstenbergischen  Amts­sitz wurde eine großherzoglich-badische Amtsstadt. Verheerende  Folgen hatte der große Stadtbrand von 1817, dem ein Drit­tel der Häuser und Stallungen zum Opfer fielen. Auch die erst 1797 erbaute Kirche trug schwere Schäden davon, die wieder repariert werden konnten. Durch diese Ka­tastrophe und den Wiederaufbau der Häu­ser änderte sich das Stadtbild nachhaltig. Schon im 18. Jahrhundert hatte sich die Uhrmacherei zu einem bedeutenden Wirt­schaftszweig in Neustadt entwickelt Im 19. Jahrhundert erwuchs aus diesen An­fängen ein Zentrum der Schwarzwälder Uhren- industrie.  Auch siedelten sich in den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahr­hunderts andere wichtige Branchen an, wie die Papierherstellung und eine Schrau­benfabrikation, oder bereits bestehende Handwerks- betriebe und Manufakturen verwandelten sich zu industriellen Produk­tionsstätten, zum Beispiel die Tuchfabrik. Einen wichtigen Wirtschaftszweig bildete auch die Holzindustrie mit mehreren Säge­werken im Stadtgebiet. Begünstigt wurde die weitere Entwicklung durch die Eröff­nung der Eisenbahnlinie von Freiburg durch das Höllental nach Neustadt im Jah­re 1887, die bis 1901 nach Donaueschingen weitergeführt
 
Am Ende des 19. Jahrhunderts, in einer  wirtschaftlich prosperierenden Zeit, ent­stand nicht zuletzt aufgrund der verbesserten Verkehrsanbindung in Neustadt ein ra­santer Aufschwung, in dessen Folge die Bevölkerungszahl rasch zunahm, in den Jahren 1895 bis 1900 um 20% auf über 3.000 Ein­wohner. Eine solche Tendenz war nur ver­gleichbar mit den damals  stattfindenden Veränderungen in den Großstädten Mann­heim  oder Karlsruhe.    Genau in diese Zeit fällt der Neubau der Pfarrkirche St. Jakobus, der nötig wurde, weil die alte Kirche für die steigende Anzahl der  Katholiken zu klein geworden war. Zudem entsprach der nüch­terne klassizistische Bau nicht mehr den re­ligiösen Bedürfnissen der Zeit und den wachsenden Repräsentationsansprüchen der selbstbewussten  Bewohner.