Die sieben freudigen Ereignisse
Im 15. und 16. Jahrhundert werden Darstellungen aus dem Leben Mariens immer beliebter. Hierbei erfreuen sich Darstellungen der sieben Schmerzen und sieben Freuden der Maria großer Beliebtheit. Die Zahl sieben ist die heilige Zahl. Sie setzt sich aus drei und vier zusammen, die das Göttliche und das Menschliche umfassen. Welche Ereignisse zu den sieben Freuden Mariens gezählt wurden, war im Laufe der Zeit unterschiedlich. Ein eigenes Fest zu den sieben Freuden Mariens (Maria Lätitia) wurde seit dem Mittelalter am 5. Juli gefeiert und wurde durch Papst Pius X 1906 offiziell in der katholischen Kirche eingeführt. In der Zeit, als Tilman Riemenschneider seinen Marienaltar für Creglingen konzipierte waren es folgende sieben Freuden:
- Verkündigung
- Heimsuchung (Besuch bei Elisabeth)
- Geburt Christi
- Anbetung durch die drei Könige
- Begegnung mit Simeon bei der Darstellung im Tempel
- Wiederfinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel
- Himmelfahrt und Krönung Mariens
Tilmann Riemenschneider hat sich wohl von diesen sieben Freuden inspirieren lassen und Max Meckel hat diese für den Neustädter Marienaltar übernommen.

